Die Kiste in meinem Kofferraum

Als Naturfotograf ist man oft und wenn es gut läuft, immer mal länger Unterwegs.
Ein Reisender auf der Suche nach dem einem Bild. Das ist auch gut so und macht
diesen Job ( und das Hobby ) unter anderem auch so wunderbar. 
Allerdings ist es wie bei allen Reisenden, sehr ärgerlich, wenn man plötzlich etwas 
braucht, es aber nicht dabei hat oder im schlimmsten Fall gar zu Hause vergessen
hat. Daher habe ich mir schon seit langem angewöhnt, in meinem PKW eine kleine
Kiste im Kofferraum mit durch die Gegend zu befördern, wo eben Dinge drin verstaut
sind, die ich eventuell mal brauchen kann. ( Was schon oft passiert ist! ) 
Als ich vor Jahren noch einen Renault Kangoo gefahren bin, verlief das ungefähr so.
Heckklappe auf, Ausrüstung und Klamotten rein, Heckklappe wieder zu.
Wobei ich anmerken möchte, das ich zumeist die Rückbank umgelegt hatte und so
einen Minitransporter gefahren bin. Nun, erreiche ich meine Ziele zwar genau so 
schnell und zuverlässig, allerdings mit einem PKW der mir weniger Ladevolum zur 
Verfügung stellt. So nimmt etwa zwei Drittel des Kofferraums meine Fotoutensilien-
Kiste in Anspruch, mit allen Dingen, um für fast alles gewappnet zu sein.

Die Kiste sollte nach Möglichkeit alt und geschunden aussehen und nicht mit 
Vorhängeschlösser verriegelt sein, den im Fall eines Autoknackers, der in den 
Kofferraum schaut, darf Sie nicht begehrenswert wirken. Klar, der Inhalt ist nicht
wirklich interessant und wertvoll sicherlich auch nicht, jedoch was nicht alles 
geklaut wird, man glaubt es kaum. 
Öffnet man zum Beispiel meine Kiste, lächeln einen zu aller erst zwei Paar gut und
ausgiebig getragene Wandersocken an. Doppelt verjagt besser! Hierzu sei gesagt
das meine Kiste Gummidichtungen im Innenrand des Deckels besitzt und fast 
luftdicht schließt. Ansonsten hätte ich wohl einen ganzen Wald dieser PKW Duft-
bäume in meinem Wagen verteilt hängen. Oder hätte mir bereits etwas anderes
einfallen lassen. Vielleicht eine naturgetreu wirkende Spielzeuggummi Spinne oder
schlange eventuell? Bei einer allgemeinen Verkehrskontrolle unserer Freund und
Helfer, haben meine Wandersocken ihre Feuertaufe, oder eher Geruchsabschreck-
ungstaufe, bereits bestanden. Und einen doch zu sehr neugierigen Beamten in die
Flucht geschlagen, als dieser unbedingt und vor allem sehr unverschämt, ungefragt
diese meine Kiste öffnen musste. Nun ja, bis zu den Socken kam er, verkniff sich
jedoch naserümpfend jeglicher Nachfrage und weiteren Nachforschungen in der 
Kiste.
Man achte nur darauf, das die Wandersocken nicht akkurat hineingelegt werden
einfach auf guten Dünken oben auf. Als relativen Schutz vor den geruchlichen
Wandersocken habe ich den Inhalt der Kiste mit einem großen blauen Müllsack

abgedeckt. Unter diesen Müllsack, den man zudem als Unterlage beim
Fotografieren, bei Bodennahen Motiven nutzen kann, kommen dann folgende
Utensilien zum Vorschein.:

In einem weiteren Müllsack verpackt ( es kann auch ein luft und wasserdichter 
Outdoor-Packsack sein ) wegen den obenauf liegenden Wandersocken eine
Montur Wechselbekleidung komplett,

Ein leichtes Tarnnetz, welches ich als schnell Tarnung, als Überwurf nutzen kann,

Eine Rolle feste Kordel, eine Rolle Gewebeklebeband ( Panzer-Tape ), ein Handtuch
eine Rolle WC Papier, ein Paar dünne Tarnhandschuhe und Tarnkopfhaube
ein Mückenkopfnetz, ein Netzschal, ein Paar Gummistiefel, kleine Erste Hilfe Tasche
Sonnencreme und Mückenschutzmittel, eine Taschenlampe und ne Stirnlampe
sowie Ersatzbetterien dafür, ein KFz-Ladekabel plus Adapter und Akkulader für
Kameraakkus und Laptop, wenn ich länger unterwegs bin und diesen benötige

ein zusammengelegter wasserdichter Packsack 20 L Volumen, 1,5 L Wasser in einer
PET Flasche, paar Müslieriegel und Schokoladenriegel, mehrere Stifte und 
Notizbuch als Reserve, Visitenkarten, Stück einer Campingisoliermatte, Knieschoner
Wollmütze, ein Paar Winterhandschuhe, ein Paar Arbeitshandschuhe, für mich als 
Brillenträger ( leider ) eine Ersatzbrille in einer Brillenbox, Feuerzeug und Streich-
hölzer wasserdicht verpackt, ein kleines Handbeil, eine Astsäge, ein Fahrtenmesser
ein Multitool, ein paar Plastiktüten in verschiedenen Größen und zumeist im Wagen
irgendwo verstaut ein zusammengelegtes ( logisch ) Tarnzelt, manchmal auch noch
eine Wathose und ein paar Ersatzschuhe.

In einem kleinen Rucksack, habe ich zudem noch eine kleine Notfallausrüstung parat
die im " Notfall " das Überleben in so manch Situation erleichtern hilft. 

Nun, so ist man auf fast alle Eventualitäten vorbereitet und ärgert sich nicht an Ort und Stelle, wenn sich etwas unerwartetes ergibt. So bin ich in der Lage zu reagieren
oder zumindest zu improvisieren.
sicherlich wird der Ein oder Andere, das recht übertrieben finden und für sich selbst
erachten, das es zu viel ist, was in der Kiste im Wagen mit herumkutschiert wird.
Es ist mittlerweile ja auch eine Sache der Benzinkosten und um so mehr im PKW
mitgeführt wird, um so schwerer ist er, und um so mehr verbraucht der PKW auch.
Das stimmt schon, jedoch mache ich persönlich es damit wohl wieder weg, weil ich
immer alleine unterwegs bin und keinen Beifahrer dabei habe. Und wer oft unter-
wegs ist, um Bilder zu bekommen, wird nach einer gewissen Zeit sehr froh darüber 
sein, eine solche Ausrüstungskiste dabei zu haben. Sie erspart einem doch schon
eine Menge an Ärgenis, wenn man morgens zum Beispiel vergessen hat, seine 
warmen Handschuhe einzupacken. Mit kalten, klammen Fingern zu fotografieren
macht einfach keinen Spaß, aber was soll's , es sind ja noch ein Paar in der Kiste!

Alexander von Düren / Naturfotografie  |  vd-naturfoto@gmx.de
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